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Wer sich entschuldigt, zeigt Stärke. Davon bin ich überzeugt! Und doch kann jeder dabei unnötige Fehler machen, die eine Entschuldigung erschweren.
Beim Entschuldigen machen wir gegebenfalls einen Fehler, indem wir uns in Rechtfertigungen und Gründe verstricken. Diese sind oftmals primär nicht wichtig, sondern können kurz und knapp genannt werden, wenn sich das Gegenüber das wünscht. (Und bitte immer bei der Wahrheit bleiben). Jedoch allein mit der Entschuldigung bringen wir zum Ausdruck, dass uns etwas leid tut. Damit zeigen wir die Reue. Hier daher ein kurzer Leitfaden dafür, wie man sich entschuldigen kann:

Am Anfang steht natürlich die Erkenntnis, dass etwas schief gelaufen ist und dass Dir die Person so wichtig ist, dass Du Dich entschuldigen möchtest!

Bereite Dich gedanklich darauf, wie Du Dich entschuldigen möchtest – stell Dir die Situation möglichst positiv vor. Vieles spielt eine Rolle – wie die Zeit und Umgebung. Es soll nicht im Vorbeigehen oder an einem unliebsamen Ort passieren. Also achte auf die richtige Situation und damit insgesamt der Prozess nicht zu langwierig wird, schaffe diese Situation.
Der Gedanke, dass jemand Deine Entschuldigung nicht annimmt, ist zwar berechtigt, sollte jedoch Deine Gedanken nicht dominieren – konzentriere Dich auf Deine Chancen.
Wenn Du zwischendurch Unsicherheit, Wut oder Trauer verspürst, nimm diese an – auch sie sind berechtigt, denn entschuldigen kann weh tun. Trotzdem bleibe bei Deinem Entschluss. Negativen Gedanken begegne, indem Du Dich auf schöne und positive Erinnerungen mit dieser Person konzentrierst.

Also:

  • Keine Entschuldigung im “Vorbeigehen” – nimm Dir Zeit
  • Und auch keine Entschuldigung, wenn es Dir selbst schlecht geht – warte einen guten Tag ab
  • Sag: es tut mir leid (PUNKT)
  • Sei in Deinen Worten und Haltung echt
  • Gib Deinem Gegenüber Zeit nachzudenken oder Fragen zu stellen
  • Schweife nicht aus
  • Solltet Ihr beide noch etwas dazu sagen wollen und Du ahnst schon, es wird viel – dann einige Dich mit Deinem Gegenüber auf eine Redezeit.

 

Jetzt kann Dein Gegenüber reagieren. Da kenne ich überwiegend 3 Typen:
1. Derjenige, der es erst gar nicht annehmen möchte (wirklich nicht!)
2. Derjenige, der es annehmen möchte obwohl er/ sie auf dem Thema noch rumreitet; sich bisschen bockig stellt; rumzickt oder sogar einen Angriff startet – einfach noch Zeit braucht und sich damit welche verschafft
3. Und, derjenige, der es einfach annimmt

Egal auf welchen der Typen Du jetzt triffst, wichtig ist, dass Du ruhig bleibst und der Person Zeit gibst, noch mal nachzudenken. Auch wenn es noch Tage oder Wochen… bedeutet. Ausschweifende Rechtfertigungen und Begründungen, gar neue Anschuldigungen sind zu vermeiden, denn sie kratzen Euch und die Situation nur neu auf. Die Entschuldigung wird dadurch nicht besser oder intensiver. Im Gegenteil, es können neue „Baustellen“ und Unsicherheiten entstehen. Ferner sind irgendwelche Nebenthemen, die damit nichts zu tun haben, zu vermeiden.

Beim Typ 1 kannst Du wenig ausrichten, nur noch die Zeit kann es vielleicht heilen. Dafür ist der Typ 2 schwierig auszuhalten und zu handhaben. Besinne Dich daher darauf, wie Du diese Person eigentlich schätzt und magst, was Eure Gemeinsamkeiten sind. Wenn es schwierig wird, sage Dir selbst: Sie/ Er ist gerade mit dem Verhalten im Ausnahmemodus.

Eine Entschuldigung, die lediglich aus Erklärungen und Gründen besteht, jedoch den Satz „Ich entschuldige mich“ oder “ Es tut mir leid“ oder „Verzeih mir“ nicht beinhaltet, wird von den meisten Menschen nicht als Entschuldigung verstanden und daher nicht akzeptiert.

Und noch eins:
Zwar nicht direkt, dennoch in dem richtigen Augenblick kann ein Witz oder eine positive und lustige gemeinsame Erinnerung die gesamte Situation und deren Anspannung lösen!

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