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Hinter jedem Vorwurf steckt ein Wunsch!

Woher ich das weiß? Na, weil auch ich damit zu tun habe und zwar nicht nur als Fachfrau für Konflikte, sondern einfach als Frau, Tochter, Mutter…

Die Kommunikation, deren wir uns bedienen, bedient sich vieler Muster, die wir aus unserer Kindheit mitgebracht haben. Menschen, die uns sozialisierten, wie Eltern und Erzieher haben nicht immer darauf geachtet, was und wie sie etwas vor uns zum Ausdruck brachten. Sie selbst haben nicht immer gewußt, welche Auswirkung und Rolle die Sprache hat, und vor allem auch, wie viel positiver und negativer Macht dahinter steckt. Ferner haben sie uns selten erklärt, wie Sprache funktioniert, wie Fehler zu korrigieren sind – wie man es besser/ anders machen kann.
Und auch ich hatte keine Vorbilder, die mit mir die Wortwahl und Auswirkung der Sprache analysiert hätten. Es seit dem, ich habe geflucht oder mich grenzüberschreitend geäußert.

Was ist die daraus resultierende Reaktion, wenn die Sprache nicht die gewünschte Wirkung erzielt? Frust, Wut, harte Worte, Schreien, schon mal das Gegenüber ins Lächerliche ziehen oder einfach die eigene Resignation. Schade sage ich nur – so viele Emotionen und Energie verschwendet, und nichts erreichet.

Wie geht es besser? M. Rosenberg, der Entwickler der gewaltfreien Kommunikation, empfahl in Gefühlen und Bedürfnissen zu sprechen. Und darin übe ich mich zunehmend. Aus einem: “Du hast schon wieder nicht…!” – wird ein: “Ich wünsche mir deine Unterstützung”. Aus einem: “Warum hast Du nicht…?!” – wird ein: “Was hat Dich daran gehindert…”. Das Gegenüber ernst nehmen, und uns beiden eine Chance zur Klärung geben, ohne direkt eine Nachlässigkeit, Ignoranz oder andere negative Motive vorauszusetzen.

Wir können unsere Gefühle und die wahren Motive bzw. Bedürfnisse nachvollziehen. Es ändert sich viel – die Beziehung wird harmonischer und stabiler. Der Alltagszoff um Belangloses und der damit verbundene Stress verschwindet. Und, die Gewalt verschwindet aus der Sprache  – die Gewalt mit Worten zu überfallen, zu verletzen, zu entmündigen. Einfach mein Gegenüber so fertig zu machen, dass Er/ Sie dicht macht und aus purer Überforderung die Flucht äusserlich oder nach Innen ergreift.

Ich bin aber auch nicht von gestern. Mir ist klar, dass wir nicht mit jedem Wunsch und Bedürfnis durchkommen. Da kann ich jedoch fragen, was davon mein Gegenüber “bedienen”/ unterstützen kann. Das gibt mir wiederum die Möglichkeit, zu entscheiden, ob ich mich auf das Geben und Nehmen zu diesen Konditionen einlassen kann.


Also, so ganz ehrlich. Ich übe immer noch, und wann fangen Sie damit an?

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