IMG_0778

Heute möchte ich erläutern, weshalb ich persönlich meine, dass #Mediation mit #Selbstliebe viel zu tun hat…

Wir leben in einer Gesellschaft, in der es um demokratische Werte, Gleichberechtigung und Selbstbestimmung geht. Es mag sein, dass uns diese Prinzipien nicht immer im Alltag gelingen aber der Wunsch und das Bestreben danach, sind auf jeden Fall da. Mitbestimmen zu dürfen, eigene Meinung zu sagen und für die eigenen Werte einzustehen – das gehört zu unseren Denkweise. Also warum auch nicht in einem Konfliktfall.

Doch Konflikte machen uns Angst. Sie stressen uns. Der Austausch von Argumenten, die Möglichkeit sich getäuscht zu haben, die Auseinandersetzung mit dem, was andere zu uns und über uns sagen könnten… Dieser Stress und eine Art Unsicherheit führen dazu, dass wir eher nach Lösungungen und Auswegen aus dem Konflikt suchen, die weniger schmerzhaft sind. So ist der Gedanke nahe, sich dem zu entziehen. Also am besten, wenn da jemand wäre, der es für uns klärt. Am besten, wenn sich alles von alleine klären würde. Am besten, wenn die Gegenseite ihre Fehler einsieht. Und dennoch am besten, wenn ich das bekämme, was ich möchte – jedoch ohne Streit und Konflikt, vor allem ohne direkte Konfrontation.

Nun ist der Konflikt trotzdem schon da. Und ein Anderer, der es für uns löst, ist lange nicht in Sicht. Na gut, man kann sich auch einen Anwalt nehmen – doch da bin ich der Meinung, dass die Streitfrage nie in all ihren Aspekten zur vollen Zufriedenheit geklärt wird – die emotionalen Gesichtspunkte des Konfliktes und die Beziehung zu der Person, mit der ich Streit hatte, können juristisch keine Berücksichtigung finden.

Damit kämen wir nun zu der eigentliche Frage, weshalb #Konfliktklärung/ #Mediation mit der Selbstliebe für mich in Verbindung steht. In einem Satz erklärt: na eben, weil ich für meine Wünsche und Bedürfnisse sowie Beziehungen selbst einstehe. Ich bin es in meinen Augen wert, für mich selbst zu sorgen. Und weshalb ist das wichtig? Na, weil das kein Anderer so wirklich für mich kann. Ich bin der einzige Kenner meiner eigenen Wünsche und Bedürfnisse – nur ich weiß, was ich möchte und nur ich kann es für mich wirklich fühlen. Jeder sollte für sich selbst der wichtigste sein. Da spreche ich vom gesunden EGOISMUS. Das heisst nicht, dass ich der Nabel der Welt bin – dennoch nehme ich mich selbst ernst, wahr und liebe mich, in dem ich für mich selbst sorge. Ich nehme meine Selbstverantwortung wahr.

Zunächsmal ist der Prozess der Konfliktklärung ein Prozess des Wachstums und eine Auseinandersetzung mit mir selbst. Schon das Wort “Prozess” beschreibt keinen Stillstand sondern ein Vorwärts gehen. Und weil man vorwärts geht, weiß man nicht immer, was auf einen zukommt. So werden Veränderungen möglich, wie ich in dem Prozess immer wieder in die Situation komme, nachzuspüren und nachzudenken was mir persönlich wichtig ist. Ich verhandele auch mit mir selbst. Das ist in Verbindung zu meinem Konfliktpartner, der mir vielleicht das sagt, was sonst keiner sagen würde, eine wichtige Erfahrung. So bekomme ich die Möglichkeit, obgleich sich diese im ersten Moment schwierig verdaulich zeigt, etwas über mich aus einer Außenperspektive zu erfahren, um dann nachzuprüfen – ist es so??? Kenne ich mich so??? Täuscht sich der Andere??? In welchen Aspekten kann ich es annehmen und ich welchen nicht??? Aus diesem gesamten Prozess der Auseinandersetzung mit dem Gegenüber und sich selbst, aus den Erkenntnissen heraus, die ich gewinne sowie aus dem Einstehen für eigene Wünsche und Bedürfnisse entstehen wirkliche #Gewinner-Lösungen. Und eine Gewinner-Gewinner – Lösung dient nicht dem Zweck der Freude über den Verlust des Anderen, sondern über eine Lösung, die wirklich authentisch und passend ist.
Und noch ein Nachsatz: die Mediation dient der #Klärung von Konflikten. Und manch ein Konflikt mag im ersten Moment, wie ein ganz normaler #Sachkonflikt wirken. Wozu dann die psychologische “Duselei” über die Entwicklungsprozesse, Wachstum, Selbstliebe etc. Glauben Sie mir, die meisten Konflikte sind keine reinen Sachkonflikte. Und sollen sie als reiner Sachkonflikt begonnen haben, werden sie sehr schnell persönlich. Versetzen Sie sich doch ein mal in eine Situation – Konfliktsituation, in der Sie waren. Denken Sie jetzt darüber nach, wie und welche Gefühle und Emotionen in Ihnen aufgekeimt sind… Merken Sie? Der Konflikt hatte auch eine andere Ebene.

Advertisements