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Eine Mediation fängt mit einer schriftlichen Mediationsvereinbarung an! In dieser Mediationsvereinbarung sind viele wichtige Informationen aber auch Standards festgeschrieben. Diese geben dem Kunden einen Hinweis darauf, was eine Mediation beinhalten muss. Daher habe ich für Sie ganz unten einen Link mit einer Mustervorlage einer Mediationsvereinbarung der Deutschen Gesellschaft für Mediation reingesetzt. Dort ist u.a. benannt, dass der Mediator seine Ausbildung und Erfahrung auf Nachfrage preisgeben muss.

Ich weiß. Es ist mir vollkommen klar, dass kaum ein Kunde irgendwohin geht (meiner Person eingeschlossen) und den Dienstleister nach seiner Ausbildung fragt. Wir Menschen gehen einfach davon aus, dass derjenige, der eine Dienstleistung verkauft die dazugehörige Ausbildung sowie Erfahrung hat. Viele Berufsbezeichnungen sind geschützt, z.B. Ärzte, Psychologen, Sozialarbeiter… – da erübrigt sich diese Frage, jedoch bei Berufen wie Mediator, Supervisor und Coach ist dies leider nicht der Fall. Als Mediator, Coach, Supervisor kann sich jeder bezeichnen, unabhängig ob diese Person ein Ausbildung hat und welchen Umfang und Standards diese Ausbildung hatte.

Sie als Kunde haben Recht dazu, genauer nachzufragen. Der Erfolg einer Mediation hängt mitunter davon ab, ob der Mediator tatsächlich weisst, was er tut. Was kann da eigentlich schief gehen? Sehr viel. Ich möchte hier einige Beispiele nennen.:

  • Der Mediatior verlässt seine Neutralität (bzw. Allparteilichkeit). Das heisst er schlägt sich auf die Seite eines der Konfliktpartner.
  • Qualitätsstandards und Prinzipien der Mediation werden nicht eingehalten.
  • Der Mediation fängt an zu therapieren.
  • Der Mediator fängt an juristisch zu arbeiten.
  • Es gibt keine klare Struktur, sodass am Ende nicht klar ist, welche Vereinbarungen getroffen wurden und wie sie gelten.

MEDIATION LEBT VON BESTIMMTEN PRINZIPIEN UND VON EINER FESTEN STRUKTUR! Der Mediator kann Ihnen sofort die Prinzipen und die Struktur erläutern.

Warum ich den Text heute schreibe? Weil ich oftmals schon erlebt habe, dass Kunden z.B. bereits beim Jugendamt, Täter-Opfer-Stelle, Anwalt die s.g. Mediation gemacht haben aber es sich in Nachhinein herausstelle, dass es nicht von einem Mediator sondern z.B. Sozialarbeiter, Supervisor, Anwalt… durchgeführt wurde. Ich bin selber in meiner ersten Profession Sozialarbeiterin und weiß, aus eigener Erfahrung, dass das Wissen und Können, welches ich durch die Mediationsausbildung gewonnen habe, ich bis dato nicht hatte. Eine Ausbildung vermittelt bestimmtes Fachwissen, welches nicht in anderweitigen Studien oder Ausbildungen so nebenher vermittelt werden kann. So ganz pauschal gesagt, ich hatte im Studium der Sozialarbeit auch Fächer wie Recht und Psychologie aber ich käme nie auf die Idee, mich als Juristin oder Psychologin zu titulieren.

Es passiert schon mal, dass mit Einverständnis der Medianden (Klienten) es im Mediationsverfahren Abweichungen gib. Es kann auch vorkommen, dass für den Moment die Struktur verlassen wird, weil Themen nachgearbeitet werden müssen – die Frage ist nur, weißt der Mediator es und behält noch das gesamte Konzept im Kopf oder schwimmt er? Sie als Kunde, können es im Verlauf nicht erkennen. Erst am Ende wird es dem Kunden deutlicher, ob es einen roten Faden gab. Das wäre bisschen spät, daher – was sie machen können, ist sich im Voraus abzusichern, ob sie tatsächlich einen Mediator engagieren.

Und ja, die Dienstleistung eines “echten” Mediators ist nicht günstig. Aber es geht um Sie und Ihr Leben. Jemand arbeitet mit Ihnen, Ihrem Leben, Ihren Emotionen. Möchten Sie halbe Sache bezahlen um halbe Sache zu bekommen? Qualitativ hochwertige Ausbildung kostet. Gute Arbeit muss gut entlohnt werden. Also besser Finger weg von günstigen Mediatoren!

Hier möchte ich Ihnen einige Merkmale an die Hand geben, damit Sie klären können, mit wem sie gerade arbeiten. Daher, bevor Sie eine Mediation buchen, fragen Sie nach:

  • Hat der Mediator eine Mediationsausbildung?
  • Welchen Umfang hatte diese Ausbildung? (mindestens 120 Stunden)
  • War es eine theoretische oder praktische Ausbildung? (es muss eine Mischung davon sein)

Mediatoren nehmen für sich eine Spezialisierung vor. Das bedeutet, dass sie sich auf 2 höchstens 3 Bereiche konzentrieren. Mediation kann in jedem Bereich durchgeführt werden – überall dort, wo es Konflikte gibt. Und da die Technik der Mediation universell einsetzbar ist, kann sich der Mediator aussuchen, in welchen Bereichen er tätig ist. Jedoch ab dann, fängt die Spezialisierung an und es kommt bestimmtes Fachwissen hinzu. Ich z.B. arbeite als Familienmediatorin und in Teams, überwiegend in sozialen Einrichtungen – das resultiert aus meiner bisherigen Berufserfahrung. Ich würde aber nie eine Umweltmediation oder eine Wirtschaftsmediation zwischen zwei Konzernen machen. Mediatoren, die alles machen, können keine Spezialisten sein.

Und eines noch was helfen kann. Schauen Sie, wie professionell der erste Kontakt ausfällt. Wie ist Ihr Gefühl? Wie gebärdet sich der Mediator – wirkt es professionell, gibt es schon zu Beginn feste Strukturen, faire Gesprächsanteile, klare Regeln und deutliche Vereinbarungen z.B. zur Schweigepflicht? Weitere Hinweise finden Sie in der Mediationsvereinbarung.?

Ferner noch eines kann nicht aus den Augen gelassen werden – der Mediator als Mensch muss Ihnen sympathisch sein!
Viel Erfolg!

LINK: http://www.dgm-web.de/download/MedVereinbarung2013.pdf

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